Compliance

Zertifizierungen: was die Standards beim Schädlingsmonitoring verlangenZertifizierungen: was die Standards verlangen

IFS, BRCGS, FSSC 22000, HACCP, DIN 10523 - jeder Standard formuliert es anders, geprüft wird am Ende dasselbe: ob Sie belegen können, was zwischen zwei Kontrollen im Objekt passiert ist.Jeder Standard formuliert es anders, geprüft wird dasselbe: was zwischen zwei Kontrollen im Objekt passiert ist.

Stand 10/2026 · Quellen direkt auf der Seite verlinkt

Normen, Verbände und Vorgaben

Das Wichtigste in Kürze

Nachweise für alle

Lückenlose Nachweise für alle Beteiligten: Schädlingsbekämpfer, Qualitätssicherung und Auditor sehen dieselben Daten in einer Software.

Trend statt Stichprobe

Der IFS-Leitfaden zur Schädlingsbekämpfung bezeichnet digitale Überwachung als neuen Stand der Technik, und auch AIB International sieht in Sensoren an Fallen einen technischen Fortschritt. Statt zwölf Stichproben im Jahr entsteht ein durchgehender Verlauf.

Aufgabe des Fachmanns

Bewertung der Daten, Bekämpfung und Ausrichtung der Systeme bleiben Aufgabe ausgebildeter Schädlingsbekämpfer.

Jeden Tagmeldet jede Station, statt 12 Stichproben im Jahr
Per KnopfdruckAudit-Bericht als PDF, statt den Papierordner zusammenzustellen
Giftfreiüberwacht, Köder erst bei festgestelltem Befall

Standard für Standard

Was Ihr Standard beim Schädlingsmonitoring verlangt

Jeder Standard formuliert es anders, die Frage ist dieselbe: Können Sie belegen, was zwischen zwei Kontrollen im Objekt passiert ist? Aufklappen zeigt, was gefordert wird, was das System davon liefert - und wo es aufhört.

IFS FoodLebensmittelproduktion, Handelsmarken Handel und Industrie, meist als Kundenforderung
Gefordert wird

IFS Food Version 8, Kapitel 4.13: dokumentierte, risikobasierte Maßnahmen mit Lageplan der Köder (4.13.2), dokumentierte Inspektionen und Maßnahmen (4.13.4) und eine Wirksamkeitskontrolle einschließlich Trendanalyse (4.13.7).

Das System liefert

Durchgehender Verlauf je Station statt Stichproben, Reaktionskette mit Zeitstempel, Trend je Standort, Export für den Auditor.

Nicht abgedeckt

Sachkundenachweis, Gefahrenanalyse, Wirkstoffauswahl.

BRCGS Food SafetyGlobal Standard, v. a. UK-Export Britischer Handel, internationale Abnehmer
Gefordert wird

Global Standard Food Safety Issue 9, Kapitel 4.14: ein vorbeugendes Programm, Aufzeichnungen über Inspektionen und Maßnahmen, Trendauswertung und eine mindestens jährliche, dokumentierte Tiefenbewertung durch einen Experten.

Das System liefert

Die Trendauswertung ist eine Ansicht auf Daten, die ohnehin entstehen - kein zusätzlicher Bericht, der gepflegt werden muss.

Nicht abgedeckt

Das Programm selbst, die jährliche Tiefeninspektion, bauliche Schädlingsabwehr.

FSSC 22000ISO 22000 plus Präventivprogramme International, häufig bei Markenherstellern
Gefordert wird

ISO/TS 22002-1, Abschnitt Schädlingsbekämpfung: eine benannte verantwortliche Person, ein dokumentiertes Programm mit Zielschädlingen, Methoden und Zeitplan sowie Fallen und Detektoren an Schlüsselstellen.

Das System liefert

Der Funktionsnachweis je Station belegt, dass die Überwachung im ganzen Zeitraum lief - genau die Lücke bei Stichprobenkontrollen.

Nicht abgedeckt

Das übrige Präventivprogramm, interne Audits.

HACCPgesetzliche Grundlage in der EU Jeder Lebensmittelbetrieb, unabhängig von Zertifikat
Gefordert wird

Verordnung (EG) Nr. 852/2004, Anhang II, Kapitel IX, Nr. 4: „Es sind geeignete Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingen vorzusehen.“ Ein Monitoring belegt, dass sie wirken.

Das System liefert

Belegt die Wirksamkeit der Basisvoraussetzung über den ganzen Zeitraum, nicht nur am Kontrolltag.

Nicht abgedeckt

Das HACCP-Konzept, CCP-Festlegung, Verifizierung.

DIN 10523deutsche Norm für den Lebensmittelbereich In Deutschland Stand der Technik - Auditoren und Überwachung ziehen sie heran
Gefordert wird

Planung, Durchführung und Dokumentation der Schädlingsbekämpfung, risikoorientiert bewertet.

Das System liefert

Die Datengrundlage für die Risikobewertung: wo tatsächlich Aktivität ist, über Zeit, je Bereich.

Nicht abgedeckt

Die Bewertung selbst - die bleibt Aufgabe der Fachkraft.

IFS Logistics & BRCGS S&DLager, Umschlag, Transport Logistikdienstleister im Lebensmittelumfeld
Gefordert wird

Ein präventives, dokumentiertes Schädlingsmanagement für Lager- und Umschlagflächen, mit Kontrollen in festgelegten Intervallen und dokumentierten Maßnahmen.

Das System liefert

Gerade dort der größte Hebel: Stationen melden aus Bereichen, in die sonst nur beim Kontrollgang jemand kommt.

Nicht abgedeckt

Bauliche Schädlingsabwehr, Bewertung und Bekämpfung durch die Fachkraft.

QS-PrüfzeichenFleisch, Obst, Gemüse, Futtermittel Erzeuger und Verarbeiter in der Lieferkette
Gefordert wird

Dokumentiertes Schädlingsmonitoring als Teil der Eigenkontrolle: Kontrollen mindestens monatlich, sofern eine Risikobewertung nichts anderes festlegt, Dauerbeköderung nur als begründete Ausnahme.

Das System liefert

Ein Export je Standort und Zeitraum, der die Eigenkontrolle ohne Zusatzaufwand belegt.

Nicht abgedeckt

Die übrige Eigenkontrolle, Rückverfolgbarkeit.

GMP und GDPPharma: Herstellung und Vertrieb Arzneimittelhersteller und Großhandel
Gefordert wird

Räume, die gegen Insekten, Nager und andere Tiere geschützt sind, und ein präventives Schädlingsbekämpfungsprogramm (EU-GDP-Leitlinie 3.2.1) - nachvollziehbar dokumentiert.

Das System liefert

Jedes Ereignis mit Zeitstempel und Reaktion, ohne Zugriff auf das validierte Netz - die Stationen funken per LoRa.

Nicht abgedeckt

Validierung, Qualifizierung, das Qualitätssystem.

Die Standards werden regelmäßig neu aufgelegt. Maßgeblich ist immer die Fassung, nach der Sie zertifiziert sind - diese Übersicht ordnet ein, sie ersetzt den Normtext nicht.

01

Seit Juli 2026: ohne Nachweis kein Gift

Der rein präventive Einsatz von Giftködern (die befallsunabhängige Dauerbeköderung) ist nach geltendem Biozidrecht grundsätzlich nicht mehr zulässig. Die gesetzliche Reihenfolge ist eindeutig: Toxische Köder dürfen erst eingesetzt werden, wenn ein Befall zweifelsfrei bestätigt ist - und dieser Nachweis muss vor der Bekämpfung erbracht werden.

Für Betriebe bedeutet das: Giftfreies Monitoring ist von der Kür zur gesetzlichen und auditrelevanten Voraussetzung geworden. Wer in der Vergangenheit aus reiner Vorsorge dauerhaft Giftköder auslegte, hat heute eine massive Lücke im Hygienekonzept. Ein digitales Monitoring-System erfüllt die Nachweispflicht vor dem Gifteinsatz, ohne dass zeitaufwendige, zusätzliche Kontrollgänge durch das Personal nötig werden.

02

Was der Fachbetrieb behält

Kein Sensor macht eine Zertifizierung. Die Sachkunde, die Bewertung der Lage und die Bekämpfung selbst bleiben beim Fachbetrieb - das verlangt jede der genannten Normen, und daran ändert digitales Monitoring nichts.

Was sich ändert, ist die Grundlage, auf der entschieden wird: statt einer Momentaufnahme alle vier Wochen ein Verlauf, der zeigt, wo tatsächlich Aktivität ist. Die Entscheidung trifft weiterhin ein Mensch mit Sachkundenachweis.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Brauche ich für jede Zertifizierung ein eigenes System?

Nein. Die Anforderungen an den Nachweis überschneiden sich bei IFS, BRCGS, FSSC 22000, HACCP und DIN 10523 fast vollständig: Plan, Kontrolle, Reaktion und Verlauf. Unterschiedlich ist nur, wie der Bericht gegliedert wird, nicht welche Daten darin stehen.

Gilt das auch, wenn wir nur nach HACCP arbeiten?

Ja. HACCP ist die gesetzliche Grundlage für jeden Lebensmittelbetrieb in der EU, und Schädlingsbekämpfung ist dort eine Basisvoraussetzung der Hygiene. Ein digitales Monitoring belegt, dass sie über den ganzen Zeitraum wirkt und nicht nur am Kontrolltag, auch ohne Zertifikat an der Wand.

Wir werden von Kunden auditiert, nicht von einer Zertifizierungsstelle. Gilt das auch für uns?

Ja, der Maßstab ist derselbe und oft strenger. Kundenaudits fragen gezielt nach dem Zeitraum zwischen zwei Kontrollen, weil dort das Risiko für die eigene Marke liegt. Ein durchgehender Verlauf je Station beantwortet genau diese Frage.

Müssen für die Zertifizierung alle Stationen digital sein?

Nicht zwingend. Sinnvoll ist es dort, wo ein lückenloser Verlauf zählt, etwa in Anlieferung, Lager und Produktion. Manuelle Kontrollen bleiben Teil des Programms und werden in derselben traplinked App erfasst.

Weiterlesen

Noch Fragen?

Ein Gespräch klärt mehr als drei Seiten Text.